Wachtel Wissen Logo
Wachtelvoliere - Platz und viel frische Luft

Die Wachtelvoliere

Gefunden auf: https://www.wachtel-wissen.de/wachtelstall/arten/wachtelvoliere/

Volieren erfreuen sich unter Wachtelhaltern einer großen Beliebtheit. Sie können auf dem Balkon oder im Garten aufgestellt und individuell angepasst werden. Hobbybastler kommen beim Bau der eigenen Wachtelvoliere damit voll auf ihre Kosten. Und auch die kleinen Bewohner können nicht klagen: maximaler Freiraum bei viel frischer Luft.

Wachtelvoliere – was ist das?

Die Wachtelvoliere ist in der Regel eine mannshohe Unterbringung aus Holz oder Metall, die in Teilen oder komplett überdacht ist. Die Außenwände sind, ebenfalls in Teilen oder komplett, feinmaschig vergittert und damit wetterecht.

Der Boden ist meist mit einer Schicht aus Sand, Heu oder ähnlicher Einstreu bedeckt.

Wachteln in großer Voliere

Volieren können sowohl im Außen- als auch im Innenbereich errichtet werden und sind meistens so groß, dass sie von einem Menschen in aufrechter Haltung begangen werden können. Die Wachtelvoliere lässt sich gut mit anderen Behausungen, wie z. B. einem angrenzenden Stall oder Gatter, kombinieren.

Eine Wachtelvoliere kaufen – Entscheidende Kriterien

Volierendraht

Volieren sind mindestens an der Front, gelegentlich aber auch zu allen Himmelsrichtungen, mit Draht verschlossen. Das sorgt zum einen für einen guten Luftaustausch und hilft bei sommerlichem Hitzestau. Zum anderen führt es dazu, dass die Wachteln die Voliere nicht verlassen können und hält ungebetenen Besuch, wie z. B. Ratten, fern.

Die Maschenweite richtet sich dabei nach der Körpergröße des kleinsten Vogels (bei einer Gemeinschafsvoliere sämtliche Mitbewohner bedenken!) und der der möglichen Fressfeinde (empfohlen: eine Maschenweite von 12,5 mm). Verzinkter oder PVC-beschichteter Draht sowie Draht aus Edelstahl eignen sich besonders gut für den Volierenbau, weil sie nicht rosten können.

Achtung

Beim Zuschneiden des Drahtes können spitze Teile hervorstehen. Biege alle Kanten sorgsam um oder decke sie gründlich ab, damit sich die Wachteln nicht daran verletzen.
Viliere der Wachteln Innen

Schutz vor Verwitterung

Weil die Voliere ganzjährig den herrschenden Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, muss sie mit speziellem Erosionsschutz oder einer Holzlasur behandelt werden. Letztere beugt nicht nur witterungsbedingten Materialschäden vor, sondern hält zugleich Schädlinge fern.

Das Dach der Voliere

Ein weiterer Schwerpunkt beim Bau/Kauf einer Wachtelvoliere liegt auf dem Dach. Gerade weil die Seitenwände häufig offen sind, erfüllt das Dach eine wichtige Schutzfunktion.

Es schirmt die Vögel vor der direkten Sonne ab und hält Regen fern. Für ein witterungsbeständiges Dach eignen sich wasserfeste Materialien, wie Dachpappe, Aluverbund– oder Doppelstegplatten aus dem Baumarkt.

Achte auf ein Mindestgefälle von ca. 5 Grad, damit sich Regenwasser und anderer Niederschlag nicht auf dem Dach stauen kann.

Sofern die Voliere an einen Stall grenzt oder anderweitig mit wettergeschützten Rückzugsorten ausgestattet ist, ist eine massive Dachkonstruktion u. U. verzichtbar.

Futterstelle in der Voliere

Wenn die Voliere verschiedene Vogelarten beherbergt (z. B. Schildsittiche und Japanische Legewachteln) muss das Futter der Wachteln durch eine Abdeckung von dem herunterfallenden Kot der anderen Vögel geschützt werden.

Gleiches gilt generellt für das Dach der Voliere: Dieses sollte über eine geschlossene Oberfläche verfügen, damit kein Wildvogelkot eindringen kann. Der Kot der Wildvögel kann Erreger für Infektionskrankheiten übertragen, die sogar auf den Menschen übergehen können.

Hinweis

Falls die Voliere bepflanzt werden soll, verhindert ein geschlossenes Dach die natürliche Bewässerung der Pflanzen. Diese muss dann manuell oder durch ein entsprechendes Bewässerungssystem vorgenommen werden. Wichtig dabei: Die Einstreu darf nicht durchfeuchten.

Zugänglichkeit und Reinigung

Auch die Hygiene spielt in jeder Wachtelunterkunft eine tragende Rolle. Die ideale Voliere verfügt deshalb nicht nur über eine große Zugangstür, sondern zusätzlich über Schiebe- oder Klappfenster. Nist- oder Futterbereiche werden dadurch leicht zugänglich und können bequem und partiell gereinigt werden, ohne, dass die Tiere dabei großen Stress empfinden.

Wenn die Voliere nicht begehbar ist, kann sie auf einem erhöhten Sockel oder auf Standbeinen montiert werden. Reinigungsvorgänge, wie der Tausch der Einstreu, fallen dann leichter, weil man sich nicht bücken muss.

Wie viele Wachteln für die Voliere?

Ein weiterer Punkt, der sich unmittelbar auf die erforderlichen Hygienemaßnahmen auswirkt, ist die Besatzdichte. Für eine Fläche von fünf Quadratmetern ist eine Gruppe von ca. 10 Wachteln ideal.

Die Fläche kann auf mehrere Etagen verteilt werden, wenn die Standfläche allein nicht ausreicht (Kombination von Voliere und Etagenstall).

Der Boden

Je nach Beschaffenheit des Bodens muss die Gruppendichte gegebenenfalls reduziert werden. Naturböden nehmen durch das Scharren und den Kot der Vögel schnell Schaden. Damit sie sich von der Dauerbelastung erholen können, muss die Gesamtfläche groß genug sein und genügend Alternativraum bieten.

Künstliche Böden mit Einstreu hingegen leiden nicht darunter, wenn sie von größeren Wachtelherden bewohnt werden. Die Einstreu muss dann lediglich häufiger gewechselt werden.

Unser Tipp

Achte beim Bau/Kauf einer Voliere mit Kunstboden auf eine Schutzkante entlang der Bodenfläche von ca. 20 cm Höhe. Das reduziert die Menge der Einstreu, die von den Wachteln herausgescharrt wird.

Voliere im Winter

Obwohl einige Wachtelarten winterfest sind, ist die Voliere nur bedingt wintertauglich. Bei Minusgraden im zweistelligen Bereich sollten isolierte Schutzhütten oder angrenzende Ställe bereitgestellt werden.

Vergitterte Außenwände können mit Plexiglas verschlossen werden. Das hält Nässe fern, hindert den natürlichen Lichteinfall aber nicht.

Dunkelstrahler und Wärmelampen tun ihr Übriges und auch elektrische Tränkenwärmer sorgen für zusätzlichen Komfort und Arbeitsentlastung.

Einrichtung

Achte bei der Volierengestaltung auf eine bedarfsgerechte Einrichtung. Am besten gelingt das, indem die Voliere in verschiedene Bereiche unterteilt wird: Einen Platz für die Fütterung und die Versorgung mit frischem Wasser, einen Mehrzweckbereich zum Scharren, Ruhen und Verstecken, Nistplätze und ein Sandbad. Je nach Wachtelart können weitere Einteilungen sinnvoll sein.

Unser Tipp

Beobachte deine Schützlinge genau. Finde heraus, welche Bereiche ihnen gefallen und welche Stellen gemieden werden. Ergreife geeignete Maßnahmen und variiere die Einrichtungselemente (zusätzliche Bepflanzung, Verstecke, andere Einstreu), damit die Voliere zu einem Ort wird, der den Wachteln gefällt.

Wachtelvoliere – die Vorteile

  • der Marke Eigenbau sind vergleichsweise günstig,
  • als fertige Bausätze erfordern kein besonderes Geschick und sind innerhalb kurzer Zeit bezugsfertig,
  • können individuell gestaltet werden,
  • sind optisch ansprechend,
  • eignen sich für die Vergesellschaftung unterschiedlicher Vögel,
  • sind besonders komfortabel, weil Reinigungsarbeiten im Stehen verübt werden können,
  • natürliche Bepflanzung (Heide, Gräser, Schilf, …) möglich,
  • ermöglichen den Tieren ein artgerechtes Leben: Bewegungsfreiheit, frische Luft, natürliche Bodenfläche u. v. m.

Wachtelvoliere – die Nachteile

  • Erfordert eine große Stellfläche.
  • Große Volieren können nicht nach Belieben versetzt werden.
  • Selbstgebaute Volieren erfordern einen zeitlichen Mehraufwand.
  • Der Kostenfaktor ist teilweise höher, als bei alternativen Unterkünften.
  • Damit die Voliere ganzjährig genutzt werden kann, sollte sie im Winter um geeignete Schutzelemente ergänzt werden.
  • Die große Bodenfläche erschwert die tägliche Eientnahme.
  • Künstlicher Boden muss regelmäßig gereinigt werden.