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Wachtelhaus - Viel Platz für die Wachteln

Das Wachtelhaus

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Ein Wachtelhaus ist für seine Bewohner der pure Luxus: Großzügiges Flächenangebot trifft auf beste klimatische Verhältnisse. Und auch der Wachtelhalter selbst profitiert von dieser Art der Unterbringung – Reinigung und tägliche Versorgungsarbeiten fallen dank der Großraumkonstruktion besonders leicht.

Dennoch gibt es eine Vielzahl einzelner Aspekte, denen Beachtung geschenkt werden sollte, um grundlegende Fehler zu vermeiden.

Wachtelhaus – was ist das?

Ein Wachtelhaus ist eine begehbare Hütte in der Größenordnung eines kleinen Gartenhauses. Die Grundfläche misst mindestens 5 m² und die Höhe 2 m oder mehr.

Aus was besteht das Wachtelhaus?

Wachtelhäuser können aus Metall, Holz, Stein oder einem Materialverbund bestehen. Teilweise werden sie eigens für die Wachtelhaltung konstruiert (Zimmermeister, Bauunternehmer oder Hobbyhandwerker setzen dabei individuelle Ideen um).

Einfacher ist es aber, bereits bestehende Bauten, wie Ställe, Gartenhäuser, Bauwägen, Schuppen und Garagen, zu einer Wachtelunterkunft umzufunktionieren. Die erforderlichen Anpassungen hängen von den Bedürfnissen der Wachteln und von der jeweiligen Ausgangssituation ab.

Ein Wachtelhaus kaufen – Entscheidende Kriterien

Wetterfestes Material

Damit das Wachtelhaus lange genutzt werden kann, müssen wetterfeste Materialien verbaut werden. Dafür kommen zum Beispiel Fichtenholz mit wasserabweisender Lackierung, vorbehandeltes Massivholz aber auch Beton, Mauerwerk, Stahl oder Aluminium infrage.

Schutz vor Witterungseinflüssen

Die Außenseiten sollten so gestaltet werden, dass vergitterte Bereiche bei schlechtem Wetter und im Winter verschlossen werden können.

Alternativ dazu kann das Wachtelhaus in der Nähe von Buschwerk und Bäumen oder angrenzenden Stallungen und Häusern aufgestellt werden. So erfährt es einen natürlichen Schutz vor Sonne, Wind und Regen, was einen Teil der winterlichen Umbaumaßnahmen entbehrlich macht.

Der Boden

Weil die Bodenfläche mit den Ausscheidungen der Wachteln in Berührung kommen kann, sollte sie mit einer feuchtigkeitsabweisenden Schicht (PVC, Linoleum, Teichfolie, Wachstischdecke, …) versehen werden.

So können Rückstände von Kot und hartnäckige Verunreinigungen leicht entfernt werden. Zusätzlich bleibt das darunterliegende Material trocken und steril.

Belüftung und Isolierung

Lüftungsgitter im oberen Bereich des Wachtelhauses verhindern Hitzestau im Sommer und sorgen für eine gute Luftzirkulation. Passgenaue Abdeckungen dafür sind vor allem bei Schlechtwetter und im Winter praktisch – sie können nach Belieben aufgesetzt werden, um Feuchtigkeit und Kälte fernzuhalten.

Wenn das Wachtelhaus im Inneren stark erkaltet oder erhitzt, muss es entsprechend isoliert werden. Dafür eignen sich z. B. Styropor- und Siebdruckplatten oder Dämmwolle aus dem Baumarkt.

Beleuchtung und Fenster

Sofern das Wachtelhaus nicht mit einer Außenvoliere verbunden wird, muss anderweitig sichergestellt werden, dass die Unterkunft ausreichend beleuchtet ist. Künstliches Licht (abgesehen von Spezialleuchtmitteln wie Birdlamps oder UV-Strahlern) kann das Tageslicht aber nicht ersetzen. Damit die Wachteln keinen Mangel an Vitamin D entwickeln, sollte das Wachtelhaus deshalb über großflächige Sichtfenster verfügen.

Saubere Verarbeitung

Alle Kanten, die durch den Umbau im Holz entstehen, müssen geschmirgelt werden, damit keine Splitter zurückbleiben, an denen sich die Wachteln verletzen könnten. Verkleidungen aus Draht oder Metall sollten sorgsam auf mögliche Schnittflächen untersucht und bei Bedarf abgesichert werden.

Unser Tipp

Streiche die Oberflächen vorsichtig mit den Händen ab, um Unebenheiten aufzuspüren. Löcher und feine Risse im Holz können verspachtelt, ausgegossen, mit acrylbasiertem Lack verschlossen oder mit Silikon verfugt werden. Das schützt nicht nur vor Verletzungen, sondern verhindert zugleich, dass sich Schädlinge in den Ecken einnisten.

Schutz vor Fressfeinden

Sämtliche Öffnungen müssen verschlossen werden. Dazu zählen Fenster und Türen, Klappen und Schiebevorrichtungen. Volierendraht, Plexiglas etc. verhindern zum einen, dass die Wachteln ungewollt nach draußen gelangen. Zum anderen halten sie Fressfeinde, wie Ratten oder Mader, fern.

Gitter und Vergitterung

Überlege dir vorher, welche Vögel (welche Wachtelart, ausschließlich adulte Tiere oder auch Küken, andere Vogelarten wie z. B. Diamanttäubchen oder Zebrafinken) in dem Wachtelhaus untergebracht werden sollen. Wähle dementsprechend die Maschenweite der Vergitterung (maximal 12,5 mm).

Unser Tipp

Mehrere Lagen von großmaschigem Zaun versetzt übereinandergelegt sind genauso effektiv, wie eine Lage engmaschigen Zauns. Wer also noch Reste grobmaschigen Gitters zuhause hat, kann sie auf diese Art verwerten und spart so die Kosten für Neumaterial.

Das Gitter hat nicht nur den Zweck, die Wachteln an der Flucht zu hindern, sondern auch, Fressfeinden das Eindringen zu erschweren. Deshalb muss es bissfest sein und eine Mindeststärke von 1,2 mm aufweisen.

Strom im Wachtelhaus?

Falls du in den Wintermonaten Dunkelstrahler, Tränkenwärmer, Zeitschaltuhr und Thermostat verwenden möchtest, errichte das Wachtelhaus an einem Ort, an dem Strom verlegt werden kann (in der Nähe vom Wohnhaus oder einer Außensteckdose).

Wachtelhaus – die Vorteile

  • sind besonders leicht zu reinigen, weil sie aufrecht betreten werden können,
  • ermöglichen eine artgerechte Haltung, weil sie großflächig sind,
  • verfügen über ausreichende Flughöhe und eignen sich damit zur Vergesellschaftung unterschiedlicher Vögel,
  • können in verschiedene Areale unterteilt werden,
  • können mit einer Außenvoliere verbunden werden,
  • sind wetterfest, langlebig und stabil,
  • sind ein- und ausbruchssicher.

Wachtelhaus – die Nachteile

  • Die Einstreu muss regelmäßig gewechselt werden.
  • Ausscheidungen können das Material angreifen.
  • Massive Häuser sind fest an ihren Standort gebunden.
  • Gegebenenfalls nur unter Einhaltung baulicher Auflagen möglich.
  • Die Innentemperatur muss im Sommer und Winter streng kontrolliert werden.
  • Die Vögel haben nur verminderten oder gar keinen Zugang zu frischem Grün und dem Tageslicht.
  • Die Kosten für eine umgebaute Gartenhütte können vierstellige Summen erreichen.
  • Großer baulicher Aufwand.

Tipps und Tricks rund um das Wachtelhaus

Tipp 1: Gartenhäuser können sich enorm aufheizen, wenn sie der direkten Sonne ausgesetzt sind. Teste an einem warmen Sommertag, welche Temperaturen im Inneren herrschen. Ergreife geeignete Maßnahmen (Isolierung, Einrichtung von Schattenplätzen, Luftzirkulation), falls die Innentemperatur deutlich höher als die Außentemperatur ist. Die Temperaturen sollten den Wert von 30 Grad möglichst nicht dauerhaft überschreiten.

Tipp 2: Falls das Gartenhaus nur gemietet ist, sollten die geplanten Umbaumaßnahmen unbedingt mit dem Vermieter abgestimmt werden. Er entscheidet, welche Pläne umgesetzt werden dürfen und welche nicht.

Tipp 3: Binde die Nachbarn in das Geschehen ein und erkundige dich, wie sie zur Wachtelhaltung stehen. Sie sollten wissen, dass es auch mal laut werden kann, damit es später keine Probleme gibt.

Tipp 4: In den einzelnen Bundesländern gelten unterschiedliche Regeln dazu, ob das Errichten eines Gartenhauses an eine Baugenehmigung gekoppelt ist oder nicht. Oftmals sind Gartenhäuser bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei (zwischen 10 und 75 m³, je nach Bundesland). Wenn die Hütte als Stall genutzt werden soll, kommen häufig weitere Kriterien hinzu. Bevor Geld und Arbeit investiert werden, sollte das Projekt ‚Wachtelhaus‘ also mit der zuständigen Baubehörde abgestimmt werden.